Login

Sollten Sie noch keine Zugangsdaten erhalten haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Berater.

15 % verpflichtender Zuschuss in der betrieblichen Altersvorsorge

Ab 2019 gilt für Neuzusagen und ab 2022 für Altzusagen ein verpflichtender Arbeitgeberzuschuss von 15 % in der betrieblichen Altersvorsorge. Was müssen Arbeitgeber dazu wissen und beachten? Wir klären auf.

 

geschätzte Lesezeit: 5 Minuten

Die 20-35 Asymmetrie in der betrieblichen Altersvorsorge führt seit vielen Jahren dazu, dass viele Arbeitnehmer die bAV nicht für sich nutzen. Die 20 steht für eine Sozialabgabenersparnis des Arbeitnehmers i.H.v. ca. 20 % der Gehaltsumwandlung in der Ansparphase, bestehend aus Renten-, Kranken-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherungsersparnissen. Die 35 steht für die Höhe der Abgaben im Rentenbezug. Durchschnittlich muss ein bAV-Rentner 35 % Abzüge hinnehmen, bestehend aus Kranken-und Pflegeversicherungsbeiträgen und einem Verlust seiner gesetzlichen Rentenansprüche.

 

Diese Schieflage soll durch das neue Betriebsrentenstärkungsgesetz mit einem verpflichtenden 15 % Arbeitgeberzuschuss behoben werden, so dass eine 35-35 Symmetrie entsteht.

 

Sofern der Tarifvertrag des jeweiligen Arbeitgebers keine andere, für die Arbeitnehmer (noch) bessere Regelung vorsieht, müssen Arbeitgeber folgendes beachten:

 

  1. Der Zuschuss für Neuzusagen ab 2019 muss den Arbeitnehmern in allen Branchen und Tarifen gezahlt werden.                                                                                                                                                                        
  2. Für Altzusagen, welche bereits vor 2019 bestehen, muss der Zuschuss spätestens ab 2022 gezahlt werden.                                                                                                                                                                        
  3. Der Arbeitgeber darf spitz rechnen. 15 % sind nur zu zahlen, solange der Arbeitgeber eine Sozialversicherungsersparnis durch die Gehaltsumwandlung des Arbeitnehmers hat. Verdient der Arbeitnehmer oberhalb der Beitragsbemessungsgrenzen (Rente- und Krankenversicherung), so muss der Arbeitgeber keinen Zuschuss zahlen. Verdient der Arbeitnehmer zwischen den Beitragsbemessungsgrenzen, kann der Arbeitgeber seinen Zuschuss entsprechend reduzieren.

 

5 Praxisempfehlung:                                                                                                                                                                             

  1. Es ist derzeit noch offen, ob in der Betrachtung der Arbeitgebersozialversicherungsersparnis auch die Berufsgenossenschaftsbeiträge und die U-Umlage zu berücksichtigen sind. Sofern der Arbeitgeber lediglich seine tatsächliche Sozialversicherungsersparnis als Zuschuss zahlen möchte und dies bei einigen Arbeitnehmern unterhalb von 15 % des Gehaltsumwandlungsbetrages liegt, muss dies jeden Monat in der Buchhaltung neu berechnet werden. Es ist daher dringend anzuraten, pauschal mindestens einen bAV Zuschuss von 15 % für ALLE Arbeitnehmer anzubieten.                                                                                        
  2. Auf Grund des geltenden Gleichbehandlungsgesetzes ist ebenfalls anzuraten, die Arbeitnehmer mit bestehenden Zusagen nicht erst ab 2022 zu fördern. Klare Empfehlung ist daher, ab spätestens 2019 einen bAV Zuschuss von 15 % für ALLE Arbeitnehmer anzubieten.                                                                                 
  3. Durch den neuen Zuschuss gilt die betriebliche Altersvorsorge in allen Unternehmen nun als komplexes System, welches die Arbeitgeber Ihren Arbeitnehmern im Rahmen Ihrer Führsorgepflicht und zum eigenen Schutz vollständig erklären und dies dokumentieren sollten. In jeder Personalakte sollte sich eine Beratungsdokumentation, mit der ein persönlicher Einzeltermin und eine umfangreiche und individuelle Beratung des jeweiligen Arbeitnehmers nachgewiesen werden kann, befinden.                                                                                                                                                                                                                                         
  4. Klare Strukturen sind auch in der betrieblichen Altersvorsorge für alle Beteiligten von großer Wichtigkeit. Es ist daher ebenfalls dringend anzuraten, eine Versorgungsordnung bzw. Betriebsvereinbarung auf die neue Gesetzgebung anzupassen bzw. einzuführen. Nur so können alle relevanten bAV-Abläufe im Unternehmen klar definiert und für alle einsehbar fixiert werden.                                                                                                    
  5. Um die Verwaltung der neuen Regelungen, Zuschüsse und diverser weiterer Veränderungen der bAV, u.a. auch datenschutzrechtliche Maßnahmen, effizient zu managen, empfehlen wir allen Arbeitgebern mit mehr als 50 Arbeitnehmern eine digitale bAV-Verwaltungssoftware.

 

Gerne helfen wir Ihnen dabei, diese Praxisempfehlungen in Ihrem Unternehmen umzusetzen. Lassen Sie uns in einem 1. kostenlosen Gespräch über Ihre Situation sprechen.

 

 

REFERENZEN

Auf Wunsch stellen wir Ihnen den direkten Kontakt zu einem unserer für Sie relevanten Referenzkunden her, der Ihrer Branche und Unternehmensgröße entspricht.

NEWSLETTER

Kostenlos regelmäßige Impulse zur Digitalisierung und richtigen Ausgestaltung der betrieblichen Altersvorsorge. Bleiben Sie UpToDate!